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Sie nannten sie instabil – bis Claras geheime Aufnahme begann / Chapter 1 / 7

Chapter 1 — Sie nannten sie instabil – bis Claras geheime Aufnahme begann

4.9Editorial score

Julian wich zurück, als seine eigene Stimme aus dem zweiten Telefon erklang.

“Sobald sie unterschreibt, gehört uns auch die Bäckerei.

Danach lassen wir sie einweisen.”

Das Gerät lag auf dem kleinen Tisch neben Claras Krankenhausbett.

Sein gesprungenes Display leuchtete blass im kalten Licht des Zimmers.

Niemand bewegte sich.

Selbst der Monitor schien mit jedem Piepton eine Anklage auszusprechen.

Clara schloss die Augen.

Eine Träne lief über ihre geschwollene Wange, doch sie wandte sich nicht ab.

Zum ersten Mal seit ihrer Ankunft wirkte sie nicht nur verängstigt.

Sie wirkte wach.

Eleanor griff nach der Akte.

Die Ermittlerin, Detective Lena Ortiz, schlug ihre Hand nicht hart, aber bestimmt zur Seite.

“Sie fassen nichts an.”

“Das ist Eigentum unserer Familie”, sagte Eleanor.

“Nein”, antwortete Ortiz.

“Im Augenblick ist es Beweismaterial.”

Julian fand als Erster seine Stimme wieder.

“Diese Aufnahme ist manipuliert.

Clara war aufgebracht.

Sie hat Gesprächsfetzen zusammengeschnitten, um uns zu erpressen.”

“Mit welchem Ziel?”, fragte ich.

Er sah mich an.

“Geld.

Aufmerksamkeit.

Rache.

Suchen Sie sich etwas aus.”

Die Krankenschwester an der Tür machte einen Schritt nach vorn.

Ihr Namensschild trug den Namen Naomi Brooks.

“Ich habe gehört, wie Mrs.

Thorne im Flur verlangte, die Blutuntersuchung zu stoppen”, sagte sie.

“Sie sagte, die Familie würde die Behandlung privat bezahlen, wenn wir auf die toxikologische Analyse verzichten.”

Eleanor hob das Kinn.

“Ich wollte meiner Schwiegertochter unnötige Untersuchungen ersparen.”

Der Arzt trat wieder ins Zimmer und legte einen Befund neben das Telefon.

“In Claras Blut wurde ein starkes Beruhigungsmittel gefunden.

Die Konzentration ist höher, als sie bei einer normalen therapeutischen Dosis zu erwarten wäre.

Wir haben ihr dieses Medikament nicht verabreicht.”

Adrian stand noch immer an der Tür.

Sein Gesicht hatte jede Farbe verloren.

“Vielleicht hat sie es selbst genommen”, sagte er.

Clara öffnete die Augen.

“Ihr habt es in meinen Tee getan.”

“Du kannst dich kaum an den Abend erinnern”, sagte Julian sofort.

“Ich erinnere mich an genug.”

Ihre Stimme war leise, aber diesmal brach sie nicht.

Detective Ortiz berührte das Display des Telefons.

Die Aufnahme lief weiter.

Man hörte Gläser auf einem Tisch, einen Stuhl, der über Steinboden geschoben wurde, und dann Eleanors unverwechselbare Stimme.

“Unterschreib, Clara.

Deine Mutter muss nicht erfahren, dass ihr Gebäude bereits als Sicherheit eingetragen ist.”

Darauf folgte Claras Stimme, benommen und undeutlich: “Meine Mutter hat nichts unterschrieben.”

Adrian lachte auf der Aufnahme.

“Das musste sie auch nicht.”

Im Krankenhauszimmer wurde es noch stiller.

Ortiz stoppte die Wiedergabe.