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Oma gab ihr heimlich Tabletten – doch Laya hatte etwas gesehen / Chapter 4 / 7

Chapter 4 — Oma gab ihr heimlich Tabletten – doch Laya hatte etwas gesehen

4.9Editorial score

Sie wurde nicht in Handschellen abgeführt, aber zwei Beamte begleiteten sie.

Als sie an Kevin vorbeiging, beugte sie sich leicht zu ihm.

„Du glaubst, du hast gewonnen“, flüsterte sie.

„Du weißt nicht einmal, was Clare vor dir verheimlicht hat.“

Kevin antwortete nicht.

Doch der Satz ließ ihn die ganze Nacht nicht los.

Laya durfte nach Rücksprache mit Dr.

Harding zu Hause bleiben.

Er erklärte Kevin, worauf er achten musste: ungewöhnlich flache Atmung, starke Benommenheit, Verwirrtheit oder Krampfanfälle.

Kevin stellte einen Stuhl neben Layas Bett und saß dort bis zum Morgen.

Er beobachtete jeden Atemzug.

Gegen drei Uhr wachte Laya auf.

„Papa?“

„Ich bin hier.“

„Ist Oma böse auf mich?“

Kevin nahm ihre Hand.

„Du hast nichts Falsches getan.“

„Aber sie hat gesagt, wenn ich von den Tabletten erzähle, kommst du weg.“

Er musste schlucken, bevor er antworten konnte.

„Ich gehe nirgendwohin.“

„Versprochen?“

„Versprochen.“

Am nächsten Morgen fand die Anhörung trotzdem statt.

Donnas Antrag war bereits eingereicht worden, und das Gericht wollte die akute Lage prüfen.

Kevin erschien mit Laya, Officer Ramirez, Dr.

Harding und einer vom Gericht bestellten Verfahrensbeiständin namens Elise Warren.

Donna saß auf der anderen Seite des Saals.

Neben ihr war nicht Martin Keller, sondern eine neue Anwältin.

Keller hatte das Mandat in der Nacht niedergelegt.

Donna trug einen grauen Hosenanzug und hatte ihr Haar sorgfältig frisiert.

Wer nichts wusste, hätte in ihr eine besorgte Großmutter gesehen.

Als Laya den Saal betrat, lächelte Donna ihr zu.

Laya griff fester nach Kevins Hand.

Richterin Maren Cole nahm Platz und blätterte durch die Unterlagen.

„Frau Halberg beantragt die sofortige vorläufige Vormundschaft über das Kind“, sagte sie.

„Gleichzeitig liegen mir ein ärztlicher Bericht, eine polizeiliche Sachverhaltsdarstellung und der Hinweis auf möglicherweise manipulierte medizinische Unterlagen vor.“

Donnas Anwältin erhob sich.

„Meine Mandantin bestreitet jede Gefährdungsabsicht.

Frau Halberg hat jahrzehntelange Erfahrung in der Pflege und handelte in einer belastenden Familiensituation.“

Dr.

Harding bewegte sich neben Kevin kaum merklich.

Richterin Cole blickte über ihre Brille.

„Erfahrung in der Pflege berechtigt niemanden, einem fünfjährigen Kind ein verschreibungspflichtiges Beruhigungsmittel zu geben.“

„Die genaue Dosis ist ungeklärt.“

„Das Kind hat klare Angaben gemacht.“

„Kinder können beeinflusst werden.“

Donna sah Kevin an, als wäre genau das ihre Rettung.

Dann öffnete die Richterin einen versiegelten Umschlag.

Darin lagen die Unterlagen aus dem Kindergarten.

Der angebliche Behandlungsplan trug den Briefkopf einer Kinderpsychiaterin namens Dr.

Elena Moss.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Ärztin am frühen Morgen erreicht.

Dr.

Moss hatte Laya nie untersucht.

Sie hatte das Dokument nie erstellt.

Ihre Unterschrift war kopiert worden.